Organspender. Holz. 2011 – stereotype Torsi aus gewachsenem Holz veranschaulichen die Privatisierung des menschlichen Lebens
Unsere Kommunikationskultur enthält überall dort unausgesprochene Inhalte, wo hochgestellte Instanzen wie Kirche, grosse Geschwister, Eltern, Ärzte, Fischhändler usw. etwas auszusprechen verbieten.
Ein ebensolches Tabu ist die Tatsache, dass nur aus lebendigen Menschen transplantierbare menschliche Organe entnommen werden. Die menschlichen Organspender sterben, während die transplantierbaren Organe aus ihrem lebendigen Leib geschnitten werden.
Im Werk „Organspender. Holz. 2011“ kommt der menschliche Körper stereotyp ausgeweidet und zur anonymen Ware zurecht gestutzt in Form von Torsi aus gewachsenem Holz zur Darstellung.
Das Werk umfasst mehr als 100 signierte Skulpturen aus gewachsenem Holz, die entweder hellblau oder weiss lasiert sind. Sie sind eingelagert in einem stossfesten Lebensmittelcontainer, gepolstert mit Zeitungspapier.
Skulpturen mit Container stehen zum Verkauf und bis auf weiteres als Leihgabe zur Verfügung.
Buchtipp zum Thema: Anna Bergmann; Der entseelte Patient, Franz Steiner Verlag
